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Ich wandere durch einen märchenhaften mystischen Zauberwald. Überall sind die Bäume mit grünen langen Farnen behangen. Da sehe ich hinter einem kleinen Zweig einen Puck. Ja wohl – einen Puck. Und gleich noch einen Puck. In der Baumhöhle des kleinen morschen Baumes liegt er ganz bequem. Verwirrt gehe ich weiter. Und als mich etwas in der Nase kitzelte schaue ich hoch. Und was erblicke ich da: Einen schelmisch lachenden Puck der mir aus dem Nest zuwinkt.

Und fast wäre es passiert. Mein Fuß ist gerade noch vorbei gestreift. Da liegt er.

Winzig.

Nur etwas kleiner als eine ausgewachsene Kröte. Mit seinen großen runden Kulleraugen. Und sieht mich mit seinem kleinen frechen grünlichen Gesicht an. Seine spitzzulaufenden Ohren bewegen sich verdächtig. Als er sich die dunklen Haare aus dem Gesicht schüttelt und mit seinen schlanken spitzen Fingern sein rotes Jäckchen richtet.

Und schon poltert er los: Kannst du nicht aufpassen! Du hast meinen pfiffigen grünen Hut von meinem Kopf abgeworfen.

Verdutzt bleibe ich stehen. Und was sehe ich: Überall Pucks. Es wimmelt hier von Pucks in roten Jäckchen. Doch wer sind diese Pucks?

 

Darf ich vorstellen: Der Gewohnheits-Puck: Das habe ich immer schon so gemacht. Den Faulheits-Puck: Heute ist das Wetter aber gar nicht schön zum Laufen gehen. Den Leidens-Puck: Lass mich in Ruhe, mir ist nicht zu helfen und daher verkrieche ich mich in meiner dunklen Höhle. Denn ich bin so arm. Der Schönheitsverliebte-Puck: Nimm ab, du schaust fett aus. So schaut dich bestimmt niemand an.

Diese kleinen sorglosen Unruhestifter. Alle sind sie versammelt.

Stellen sich einfach so in meinem Weg und wollen mich vom Weg abbringen. Hopsen vor mich hin und reden mir ein, dass ich hier abzubiegen habe. Obwohl mein Gefühl doch sagt: Gehe weiterhin geradeaus. Das ist der richtige Weg. Das fühlt sich gut an.

Jede noch so stimmig tolle Idee wird mir sofort ausgeredet. Alles Blödsinn. Höre auf mich: Ich bin es, dein Abwerter-Puck. Und mit einem völlig unpassend erklingenden Echo geht es los: Du kannst das nicht. Das habe ich dir schon so oft gesagt. Daher lass es lieber bleiben. Du bist mies. Versuche es nicht mal, denn da blamierst du dich. Was den die Anderen über dich sagen….

 

Manchmal treiben mich diese Pucks in den Wahnsinn. Spielen Schabernack mit mir. Setzen mir eine andere Fährte und sind dann plötzlich verschwunden.

 

Und ich stehe da.

 

Der wunderschöne sonnige Tag ist vorbei und ich bin unzufrieden. Mit mir selbst. Weil ich mich wiedermal von meinen Pucks in die Irre führen lassen habe.  Den ganzen Tag war ich schlecht gelaunt. Und habe Schokolade in mich rein gefuttert. So gut diese auch schmeckte. Jetzt bin ich wieder sauer auf mich.

Kennst du das?

Gut, dass dann der Partner auch noch kommt. Bei ihm kann der ganze Frust abladen werden. Und da findet sich genug was nicht passt.

 

Doch wie kannst du diesen kleinen frechen grinsenden Gesichtern beim nächsten Mal begegnen?

Höre den schelmisch grinsenden Pucks zu.

Und hinterfrage: Was haben diese dir zu sagen? Aha. Genau. Heute ist das bewölkte Wetter nicht gut genug, um dich zu bewegen. Warum glaubst du lieber Faulheits-Puck das zu wissen? Weil ich faul sein möchte. Es ist gerade so gemütlich. Aha. Also ist nicht das Wetter daran schuld? Lass mich. Ich will halt jetzt gerade nicht. Ich bin soooo müde. Die Arbeit war sooo anstrengend.

Höre zu. Und hinterfrage. Von wo ganz tief in dir kommt die Stimme?

Denn eines sollte dir bewusst sein: Die Pucks mit den roten Jäckchen werden dir immer alles ausreden. Denn die Pucks sind nicht daran interessiert, dass du glücklich wirst. Sie lieben einfach zu sehr ihre komischen Streiche mit dir zu spielen.

Doch du kannst diese steuern. Nur Du alleine kannst deine Gedanken steuern.

Awake, Smile & Walk on

Andrea