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Beim Wandern auf Teneriffa lernte ich Werner kennen. Er ist, wie ich, alleine unterwegs. Denn oft findet er keine passenden Urlaubsbegleiter. Und so fährt er alleine los und lässt sich darauf ein, ob er jemanden kennen lernt oder, ob er alleine wandern geht.

 

Er lässt sich treiben und schaut einfach, was dabei rauskommt.

 

Seine positive Einstellung zum Leben gefällt mir. Da haben wir einiges gemeinsam.

 

Going with the flow. Sich vom Leben treiben lassen.

 

Doch das war bei Werner nicht immer so. Er hat hart dafür gekämpft. Sich ein Leben in Freiheit und Glück zu erschaffen.

 

Denn er hatte eine verantwortungsvolle Jobposition in einem weltweit großen Konzern. Er verbrachte – Tag ein Tag aus – mit hart arbeiten. Da er ein Perfektionist war, musste alles perfekt erledigt werden. Und das brauchte Zeit.

 

Er kümmerte sich nicht, um sich selbst. Bis er nicht mehr schlafen konnte. Das wirkte sich auch körperlich aus und er war nur noch krank.

 

An seinem Tiefpunkt angekommen, hat er sich Unterstützung gesucht. Und wendete sich an eine Therapeutin. Er hat angefangen zu reden. Über alles was ihn belastete. Er redete auch darüber, dass er Hilfe angenommen hat.

 

Viele Menschen verstanden ihn nicht und wendeten sich ab.

 

Doch er glaubte an sich selbst. Und hörte nicht auf zu reden. Über seine Gedanken und Gefühle. Er sprach aus, alles was ihm durch den Kopf spuckte. Und hinterfragte.

 

Er sagte zu mir: Sonst bist du ja nicht ehrlich zu dir. Lügst dich selber an. Und zeigst wieder nur deine Außensicht.

 

Durchs reden erkannte er, dass ein Glaubenssatz ihn sehr prägte: Du musst hart arbeiten, damit du dir ein gutes Leben leisten kannst. Damit du überleben kannst.

 

Werner ist jetzt in etwa 50. Und hat seinen Job hinter sich gelassen. Er lebt im Hier und Jetzt und hat vertrauen ins Leben, dass dieses ihn leiten wird. Er ist nicht den materiellen Dingen zugetan und braucht nicht viel Geld zum Leben.

 

Er hat sich dazu entschieden, lieber ein freier Mensch zu werden.

 

Und möchte sein Leben so gut wie möglich glücklich leben. Er denkt nicht daran: Scheiße jetzt bin ich alt. Oder what the fuck, was ist mit der Rente. Er ist der Meinung: Das bringt doch nichts! Diese Frage stellt man sich nicht, denn das Leben ist zu wertvoll.

 

Weil man jetzt was machen kann. Und nicht in der Rente oder später. Das ist alles nur Blablabla…..und entsteht im Kopf. Da wir uns selbst dies einreden. Oder wir uns dies einreden lassen. Die Glaubenssätze sind tief im Kopf verwurzelt und die gilt es zu lösen.

 

Jetzt, in diesem Moment, spielt das Leben. Denn niemand weiß, was Morgen ist.

 

Auch wenn es mit dieser Lebenseinstellung mal schlechte Tage gibt. Doch so wie früher, unter dem enormen Leistungsdruck ist es lange nicht mehr. Seit seiner Lebensumstellung ist er frei.

 

FREI sich dem hinzugeben, was gerade ist.

 

Auch wenn es ein steiniger Weg war. Er sagte mir: Er würde es sofort jederzeit wieder machen und geholfen hat ihm:

 

Sich selbst kennen lernen. Sich inspirieren lassen, vom Leben, und von anderen Begegnungen.

 

Ausprobieren. Was einem gut tut und darüber reden. Reden, Reden, Reden.

 

Durch die Unterstützung hat er großen Mut bekommen. Seinen eigenen Weg in die Freiheit zu gehen. Um ein glückliches und erfülltes Leben zu leben.

 

Ich verbrachte mit Werner einen ganzen Tag am Berg. Bei einer wunderschönen Wanderung und tollen Gesprächen. Danke Werner, für deine Inspiration und, dass ich einen Teil meines Weges mit dir gehen durfte.

 

Awake, Smile & Walk on

Andrea